Was kostet ein Anwalt für Arbeitsrecht (und wer zahlt)?

Brauchen Sie einen Anwalt für Arbeitsrecht? Dann hilft Ihnen dieser Beitrag, einzuschätzen, ob sich eine Klage lohnt – und wer die Kosten für Anwalt und Prozess trägt.

Kosten für Anwalt & Gericht im Arbeitsrecht zusammengefasst:


  • Die Kosten hängen vom Streitwert ab. Der berechnet sich meist nach dem Monatsgehalt.
  • Je höher der Streitwert, desto höher auch die Anwaltsgebühren
  • In den meisten Fällen liegt das Honorar bei einigen hundert Euro. Der mögliche Gewinn ist allerdings häufig um ein Vielfaches höher.
  • Jede Partei trägt die eigenen Anwaltskosten. Die unterlegene Partei zahlt die Gerichtskosten.
  • Ob sich eine Klage für Sie rechnet, finden Sie in unserer kostenlosen Erstberatung heraus.

Wie berechnen sich die Anwaltsgebühren?

Im Arbeitsrecht orientieren sich die Anwaltskosten am Streit- oder Gegenstandswert. Dieser entspricht manchmal einfach dem Betrag, den Sie einfordern, also etwa 2500 Euro.

Oft geht es aber nicht um konkrete Beträge, sondern um immaterielle Forderungen. Zum Beispiel, wenn Sie als Arbeitnehmer eine (fristlose) Kündigung rückgängig machen möchten. Dann regeln Kataloge die Streitwerte:


  • Der Streitwert einer Kündigungsschutzklage liegt demnach bei drei Monatsgehältern
  • Jeweils ein monatliches Gehalt beträgt der Streitwert um die Rechtmäßigkeit einer Abmahnung oder die Forderung, dass ein Zeugnis ausgestellt oder korrigiert wird

Je höher der Streitwert, desto höher auch die Anwaltsgebühren. Ein Richtwert sind 150 Euro bei einem Streitwert von 2000 Euro oder 558 Euro bei einem Streitwert von 10.000 Euro.

Die konkreten Kosten für jede Aufgabe, die ein Anwalt zu erledigen hat, ergeben sich dann als X-Faches der Anwaltsgebühren. Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) regelt, wie jede Aufgabe verrechnet wird.

So kostet

  • die Einreichung einer Klage das 1,3-fache der Anwaltsgebühr und
  • die Vertretung bei einem Gerichtstermin das 1,2-fache der Anwaltsgebühr

Dazu kommen 20 Euro plus Mehrwertsteuer als Pauschale für Druck-, Telefon- und Postkosten des Anwalts.

Bei einem Streitwert von 2.000 Euro ergeben sich so etwa Anwaltskosten von 517,16. Ein Streitwert von 10.000 Euro summiert sich auf 1850,45 Euro.

Nutzen Sie für die Berechnung der Kosten unseren Anwaltskostenrechner:



Was kostet die Rechtsberatung?

In einem ersten Beratungsgespräch erfahren Sie, ob der Anwalt eine Klage empfiehlt, was das beste Vorgehen ist und wie hoch die Erfolgschancen sind. In der Regel belaufen sich die Kosten dafür auf bis zu 190 Euro plus Mehrwertsteuer.

Die weitere Beratung durch den Anwalt erfolgt entweder auf Grundlage eines Stundensatzes oder einer allumfassenden Fallgebühr.


  • Der Stundensatz ist sinnvoll, wenn der Streitwert hoch ist oder der Aufwand noch nicht genau abzuschätzen ist.
  • Vereinbaren Sie eine konkrete Pauschale bei niedrigen Streitwerten mit hohem Aufwand, etwa der Korrektur von Zeugnisnoten.
Kosten Anwalt Arbeitsrecht

Nicht vergessen: Prozesskosten für das Arbeitsgericht

Temposünder und Raser müssen in Zukunft deutlich tiefer in die Kasse greifen. In den allermeisten Fällen verdoppeln sich die Bußgelder:

Die Gerichtsgebühren für einen Arbeitsrechtsstreit liegen meist bei einigen hundert Euro und sind damit niedriger als in anderen Gerichten. Sie berechnen sich ebenso anhand des Gegenstandswerts. Ein Kostenrechner gibt einen ersten Anhaltspunkt.

Übrigens: Einigen Sie sich mit der Gegenseite auf einen außergerichtlichen Vergleich, berechnet das Gericht keine Prozessgebühren. Auch, wenn das Verfahren bereits vor Gericht lag. Dasselbe ist der Fall, wenn die Klage zurückgenommen wird.


In einem Arbeitsgerichtsprozess gilt: Sie zahlen Ihren Anwalt selbst – egal, ob Sie gewinnen oder verlieren. Eine Übernahme durch den Arbeitgeber (oder den Arbeitnehmer) ist nicht möglich.

Lediglich die Gerichtskosten trägt die unterlegene Partei. Eine Alternative: Wenn keine Partei klar obsiegt, teilen Sie sich die Verfahrenskosten im Verhältnis, das Ihrer Einigung entspricht.

Am Ende sollte sich die Klage für Sie natürlich lohnen. Bekommen Sie am Ende mehr Geld heraus, als die Rechtsanwaltskosten betragen, zahlt effektiv die Gegenseite für Ihre rechtliche Vertretung.

4 Möglichkeiten zur Kostenerstattung

Auch, wenn Sie die Abfindungen für den Rechtsanwalt und die Ausgaben für das Arbeitsgerichtsverfahren selbst tragen: Es gibt Optionen, sich einen Teil oder die Gesamtheit der Investition erstatten zu lassen.

Klassisch ist eine Rechtsschutzversicherung: Sie übernimmt die Anwaltsgebühren und eventuell anfallende Prozesskosten. Sie müssen Sie natürlich abgeschlossen haben, bevor Sie eine Klage anstreben.

Doch auch ohne Rechtsschutz ist eine Erstattung möglich: Sind Sie Mitglied einer Gewerkschaft oder eines Arbeitgeberverbands, können Sie sich von Anwälten dieser Institutionen kostenfrei verteidigen lassen.

Eine Alternative für Menschen mit geringen Einkommen ist die Prozesskostenhilfe: Der Staat stellt sicher, dass Sie sich trotzdem eine rechtliche Vertretung leisten können. Er übernimmt bis zu 100 Prozent der Ausgaben, die Sie unter Umständen in den Folgejahren jedoch zurückzahlen müssen. Ob Sie sich für die staatliche Hilfe qualifizieren, erfahren Sie in der Rechtsberatung durch Ihren Anwalt.

Sind meine Ausgaben steuerlich absetzbar?

Ja, jedenfalls manchmal. Und zwar sowohl für Arbeitnehmer als auch -geber.

Sie können einige Gebühren von der Steuer absetzen, wenn sie als existenziell gelten. Da es vor allem bei Kündigungsschutzklagen um mehrere Monatsgehälter geht, ist das oft der Fall.

Finden Sie jetzt heraus, ob sich eine Klage lohnt

Beschreiben Sie uns Ihren Fall kurz und wir melden uns bei Ihnen, um einen Termin für eine kostenlose Ersteinschätzung zu vereinbaren.


Autor: Adam Schneider

Datum: 29.10.2021




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